Vom 3D-Prototyp zum Metallbauteil
Innovationsprojekt des Pfizer Healthcare Hubs automatisiert die Materialzufuhr an der PCMM-Anlage
Ein neu entwickelter Adapter ermöglicht die prozessintegrierte Zufuhr von Hilfsstoffen an der PCMM-Anlage und die Integration von Prozessanalytik. Das Pilotprojekt zeigt beispielhaft, wie der Pfizer Healthcare Hub die Fachabteilungen bei der Realisierung von Pilotprojekten unterstützt.
Die Ausgangssituation
Die Pfizer Continuous Manufacturing Module (PCMM)-Plattform bei Pfizer Freiburg stellt einen wichtigen Fortschritt in der pharmazeutischen Herstellung dar. Diese innovative Technologie ermöglicht eine kontinuierliche Arzneimittel-Produktion, die im Vergleich zu herkömmlichen Chargenprozessen die Effizienz steigert und Stillstandzeiten reduziert.

Bestimmte Schritte der Materialzufuhr an der PCMM-Anlage erfolgen bislang jedoch noch manuell: Geschulte Bediener:innen befüllen die Dosiereinheit der Anlage zu festgelegten Zeiten mit notwendigen Hilfsstoffen – ein organisations-, zeit- und kostenintensiver Prozess.
Der Healthcare Hub begleitet Projekte zur Prozessinnovation am Standort Freiburg
Als Treiber, Enabler und Facilitator für Prozessinnovation ist der Pfizer Healthcare Hub erster Ansprechpartner für die Pfizer Fachabteilungen und unterstützt bei allen Optimierungsbedarfen, die sich aus der täglichen Praxis ergeben. So auch im Fall des PPD-Adapters: Auf der Suche nach Unterstützung trat die Fachabteilung an den Healthcare Hub heran. Ihr Anliegen war es, eine prozessintegrierte Materialzufuhr sowie eine Möglichkeit zur Probenahme und Prozessanalytik in den Produktionsprozess zu integrieren.
In einem ersten Schritt wurden die Anforderungen der Fachabteilung bezüglich Design, Handling sowie EHS- und Qualitätsaspekten definiert. Pembe Gül Bilir, Innovation Engineer beim Pfizer Healthcare Hub Freiburg und Leiterin des Pilotprojekts, erstellte mit diesen Informationen den Projektmanagementplan, kalkulierte das Budget und sicherte die Finanzierung des Projektes durch interne Sponsor:innen ab. Zur Umsetzung holte der Healthcare Hub zudem externe Expert:innen für den Bereich Konstruktion und Fertigung mit dazu.
“Die Definition der Anforderungen, das Projektmanagement inklusive Budgetplanung, das Netzwerk zu externen Lösungsanbieter:innen – der Healthcare Hub hat das Projekt auf den unterschiedlichsten Ebenen vorangetrieben. Unter dem Strich ist das Projekt ein schönes Beispiel dafür, wie aus einer Idee schnell und kosteneffizient ein funktionierendes Produktionsbauteil wird.”
Lean Development: Der erste Prototyp wurde im 3D-Druckverfahren gefertigt

Nach Abschluss der Designphase, die zusammen mit dem langjährigen Kooperationspartner Baumann Engineering durchgeführt wurde, wurde zunächst ein Adapter im 3D-Druckverfahren hergestellt.
Mit diesem Prototyp wurden Funktions- und Handhabungstests an der PCMM durchgeführt und die dabei gewonnenen Erkenntnisse wurden genutzt, um das Design des Adapters zu finalisieren. Erst nach dieser Validierung wurde der finale Metalladapter gefertigt.
Durch dieses iterative Vorgehen stellte der Healthcare Hub sicher, dass vor einer kostenintensiveren Metallanfertigung eine praxistaugliche Lösung vorliegt und die Investition auf belastbaren Testergebnissen basiert.
Wodurch zeichnet sich der Adapter aus?

Mit den definierten Anforderungen entwickelten die Ingenieur:innen von Baumann einen Adapter, der einen sicheren, staubfreien Materialtransfer direkt aus Lieferbeuteln in die Dosierstation ermöglicht – ohne zusätzliche Umfüllprozesse.
Das reduziert manuelle Arbeitsschritte, verbessert die Arbeitssicherheit und senkt Materialkosten.
Zudem ist die entstandene Lösung modular und skalierbar – und könnte künftig auch an weiteren Standorten eingesetzt werden.