Die beste Zeit ist jetzt: QuantumAI im Healthcare‑Sektor
Beim health.tech global summit, der Anfang März in Basel stattfand, diskutierten Innovator:innen, Entscheider:innen und Branchenexpert:innen aus dem Gesundheitsökosystem über die Zukunft der digitalen Gesundheit. Im Fokus der Veranstaltung stand dieses Jahr unter anderem AI im Bereich Healthcare. Peter Neske brachte die Pfizer-Perspektive in die Panelsession über QuantumAI in den Life Sciences ein. Wichtiges Take-Away: QuantumAI ist kein rein theoretisches Zukunftsfeld mehr. Unternehmen sollten jetzt anfangen, mit Pilotanwendungen Kompetenzen aufzubauen, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Der health.tech global summit ist einer der zentralen internationalen Treffpunkte für digitale Gesundheit und Health‑Tech‑Innovation, der Start-ups, Kliniken, Life-Sciences‑Unternehmen, Investoren und Politik vernetzt. Peter Neske, Innovation Lead des Pfizer Healthcare Hubs Freiburg, blickte im Rahmen einer Panelsession unter der Moderation von Dr. Frederik Flöther von QuantumBasel zusammen mit Alexandra Beckstein von QAI Ventures, Jeroen Bakker von Novo Holdings und Rickey Carter von Mayo Clinic auf den Einsatz von QuantumAI in den Life Sciences.
Das Risiko der verpassten Chance
Aktuell schreitet die Entwicklung in QuantumAI schneller voran, als Organisationen sie operationalisieren können. Unternehmen sind aber noch zögerlich. In genau diesem Zögern liege aber ein nicht zu unterschätzendes Risiko, so die Panelteilnehmer:innen. Deutsche Unternehmen verpassen ihre KI-Lernkurve, wenn sie auf klare Durchbrüche warten, während Europa und die USA Milliarden in Quantenforschung investieren und Startups neue Standards setzen.
Gerade deshalb sei jetzt der Zeitpunkt, Quantum-Know-how systematisch zu entwickeln. QuantumAI müsse ein Baustein strategischer Forschung auf der F&E-Agenda darstellen und eine Workforce Readiness schaffen.
Peter Neske berichtete anhand von drei Use Cases, wie sich Pfizer dem Einsatz von Quantentechnologie angenähert hat. Mit Pilotprojekten in der Produktionsplanung, in der Detektion von onkologischen Erkrankungen und der Simulation hat Pfizer Experimentierfelder eröffnet, in denen früh verwertbare Erkenntnisse gesammelt und Fähigkeiten aufgebaut werden können. “Wir müssen einfach mal anfangen,“ so Peter Neske.
Quantum kann kein Unternehmen allein
Fortschritt entsteht nur dort, wo unterschiedliche Kompetenzen ineinandergreifen: Startups treiben mit hoher Geschwindigkeit technologische Experimente voran, akademische Partner liefern die wissenschaftliche Tiefe und methodische Validität, während Industrieanwender reale Herausforderungen aus Forschung, Klinik und Produktion einbringen. Peter Neske illustrierte diesen co-kreativen Ansatz am Beispiel eines Pilotprojekts aus der Produktionsplanung: Bei dem Pilotprojekt zur Optimierung der Produktionsplanung mithilfe der Quantum-Annealing-Methode arbeitete Pfizer eng mit D-Wave und QuantumBasel zusammen.
Mehr über das Pilotprojekt zur Optimierung der Produktionsplanung mit Quantum Annealing: Quanten-Annealing in einem Proof of Technology: Pfizer Freiburg testet im Bereich Produktionsplanung
Fazit
Die Diskussion auf dem health.tech global summit hat gezeigt: Wer wartet, verliert den Anschluss; wer experimentiert, baut Wissen, Netzwerke und Umsetzungskraft auf. Pilotprojekte und Partnerschaften sind dabei entscheidend, denn kein Unternehmen kann die Komplexität von Quantum allein bewältigen. Der Weg führt über gemeinsames Lernen, offene Ökosysteme und den Mut, Technologien schon vor ihrem kommerziellen Durchbruch in der Praxis zu testen.
Innovation bei Pfizer: Perspektiven aus Standort, Hub und Ökosystem
Das Innovations-Team von Pfizer, kurz: das iTeam, lud kürzlich rund 120 Kolleg:innen aus dem Produktionsstandort Freiburg und dem globalen Pfizer-Netzwerk zu einer Veranstaltung in die High-Con-Fabrik in Freiburg. Inmitten der Produktionsumgebung wurde die Innovations-DNA des Standorts greifbar: mit Keynotes, einem interaktiven Gallery Walk zu Use Cases und Arbeitsbereichen des Pfizer Healthcare Hubs und des Knowledge Managements sowie einem Networking Lunch.
Bei einem Interaktionsformat mit internen und externen Innovationsimpulsen, der “InnoSession Spezial”, gab das iTeam, bestehend aus dem Pfizer Healthcare Hub und dem Pfizer Knowledge Management, Einblicke in konkrete Innovationsprojekte und die Rolle des Hubs als Anlaufpunkt für Fragestellungen aus den Fachabteilungen und erster Ansprechpartner für externe Innovator:innen.
Wie kommen innovative Lösungen in das Pfizer-Netzwerk?
Das Team des Healthcare Hubs bringt die Fragestellungen aus den Fachabteilungen im Rahmen einer sogenannten InnoSession mit externen Lösungen zusammen: In einer kurzen und intensiven Session stellen die externen Unternehmen innovative Lösungsansätze zur Prozessoptimierung vor. Das Hub-Team kuratiert die Lösungsansätze und legt den Fokus dabei auf disruptive Innovationen mit strategischem Mehrwert.
Innovation als Wettbewerbsvorteil
Oana Stürz, Innovation Engineer beim Pfizer Healthcare Hub, begrüßte die Gäste des Produktionsstandorts Freiburg sowie das internationale Site Leader Team.

Anne Kessler, Geschäftsführerin des Produktionsstandorts Freiburg, sprach über die Bedeutung von Innovation für Pfizer und nahm Bezug auf die Anfänge des Unternehmens. Der Innovationsgedanke sei schon von Beginn der Pfizer-Geschichte ein wichtiger Teil der Unternehmens-DNA, so Kessler. “try again”, neue Wege zu gehen und dabei auch die nötige Frustrationstoleranz mitzubringen, das sei der Pfizer-Spirit. Diese Innovationsfähigkeit sah sie als wichtigen Wettbewerbsvorteil.
“Die Menschen machen den Unterschied”
Thomas Scheuerle, Geschäftsführer des Badencampus, gab einen Überblick über das Innovations‑Ökosystem der Region und ordnete den Pfizer Healthcare Hub als wichtigen Player ein. Er betonte das progressive Innovationsverständnis des Healthcare Hubs und das Engagement von Peter Neske und seinem Team für das regionale Ökosystem. Der Pfizer Healthcare Hub sei nicht nur Innovationstreiber, sondern auch Benchmark, so Scheuerle.
Gallery Walk: sichtbar machen und diskutieren
Beim anschließenden Gallery Walk konnten sich die Gäste auf über 30 Postern über konkrete Innovation Use Cases informieren, beispielsweise die Entwicklung eines Adapters mithilfe des 3D-Druckverfahrens, und mit Expert:innen ins Gespräch kommen. Zudem stellte der Pfizer Healthcare Hub Arbeitsbereiche wie das Management des internen und externen Innovationsnetzwerks, das Scouting von Innovationspartner:innen sowie den Governance-Prozess vor.

Beim lockeren Gespräch an den Stationen und beim anschließenden Networking Dinner entstand ein lebendiger Austausch: Neue Kontakte wurden geknüpft, Gespräche aus den vorherigen Programmpunkten wurden vertieft und konkretisiert, eigene Fragestellungen wurden diskutiert und Lösungswege angedacht.
Von Freiburg aus ins internationale Pfizer Netzwerk
Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie Innovation bei Pfizer gedacht, vorangetrieben und gemeinsam mit starken Partner:innen in die Umsetzung gebracht wird. Der Healthcare Hub nimmt dabei eine zentrale Rolle als Anlaufstelle und Knotenpunkt sowohl für externe Lösungsanbieter:innen als auch für Pfizer Fachabteilungen ein.
Für externe Innovator:innen ist eine Zusammenarbeit mit dem Pfizer Healthcare Hub Freiburg auch deshalb interessant, weil Lösungen, die am Produktionsstandort Freiburg implementiert werden, das Potenzial haben, repliziert oder ins internationale Pfizer-Netzwerk skaliert zu werden.
Die TU Berlin zu Besuch beim Pfizer Healthcare Hub Berlin
Der Pfizer Healthcare Hub Berlin durfte vor kurzem Studierende der TU Berlin in der Pfizer Deutschlandzentrale begrüßen: Die Studierenden sollten Einblicke in die Pharmaindustrie, insbesondere zu Digitalisierung und Innovationsprozessen bekommen – dabei entstand ein lebendiger Austausch zu strategischer Innovation im Gesundheitswesen.
Torsten Mintel, Director Strategic Innovation, stellte das Unternehmen Pfizer vor: Neben zentralen Kennzahlen ging er auf die Innovationsschwerpunkte des Unternehmens ein und erläuterte die strategische Bedeutung von Innovationen für Pfizer. Anhand aktueller Projekte veranschaulichte er, was unter strategischer Innovation zu verstehen ist und welche Ziele Pfizer damit verfolgt. Die vorgestellten Ansätze wurden anschließend in einem offenen Austausch gemeinsam diskutiert.
Ein besonderes Highlight war der virtuelle Einblick in die Produktionsstätte Freiburg, die als Vorreiter für Lean Manufacturing sowie Umweltschutz und Nachhaltigkeit gilt.
Praxisnahe Fallstudien zu technologischen Trends, Chancen und Risiken von AI
Die angehenden Gesundheitsmanager:innen bekamen zur Vertiefung die Aufgabe, folgende Case Studies zu bearbeiten:
- Welche technologischen Trends werden zukünftig für Pfizer relevant sein?
- Welcher Mehrwert und welche Chancen und Risiken entstehen durch AI für Patient:innen, HCPs und Pfizer?
Fazit
Der Austausch war für beide Seiten ein Gewinn: Die Studierenden bekamen praxisnahe Einblicke in die Innovationsprozesse eines Pharmaunternehmens und das Team des Pfizer Healthcare Hubs ließ sich von den Perspektiven junger Studierender inspirieren.
MiniSymposium „Quantentechnologie in der Medizin“: Strategische Kooperationen treiben die Zukunft der Medizin
Im Rahmen eines Mini-Symposiums zum Thema „Quantentechnologie in der Medizin“, das vom Universitätsklinikum Freiburg und Pfizer Deutschland veranstaltet wurde, kamen letzte Woche Akteur:innen aus Wissenschaft und Industrie und Innovationsökosystem zusammen. Das Symposium verdeutlichte eindrucksvoll, dass die erfolgreiche Implementierung von Quantentechnologien für medizinische Fragestellungen interdisziplinäre Kooperationen zwischen Forschung, Industrie und klinischer Praxis erfordert.
Neuer Meilenstein der Zusammenarbeit: Universitätsklinikum Freiburg und Pfizer veranstalten gemeinsam Symposium zur Quantentechnologie in der Medizin
KI und Quantencomputing sind strategische Schlüsseltechnologien und haben das Potenzial, Präzisionsmedizin, Prävention und pharmazeutische Wertschöpfung grundlegend zu transformieren. Ziel des MiniSymposiums war es, ein gemeinsames Verständnis für die Anwendung von Quantentechnologie in der Medizin zu entwickeln und konkrete Anknüpfungspunkte für Forschung und klinische Praxis zu identifizieren.
Quanten-Technologie und KI als Schlüsseltechnologien für die nächste Innovationswelle in der Medizin
Nach einer Begrüßung durch die Organisatoren Jochen Burkhardt, Leiter Stabsstelle Strategie und Entwicklung am Universitätsklinikum Freiburg (UKF), Hiroyo Iida-Falk, Projektmanagerin Innovation am UKF sowie Peter Neske, Innovation Lead und Leiter des Pfizer Healthcare Hub Freiburg eröffneten Prof. Dr. Dr. h.c. Frederik Wenz, leitender Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Freiburg und Dr. med. Christian Lenz, medizinischer Direktor und Mitglied der Geschäftsführung von Pfizer Deutschland mit ihren jeweiligen Keynotes das Symposium.
Prof. Wenz betonte die Aufgabe der Forschung, Innovationen schneller in die klinische Praxis zu bringen. Das UKF setzt dabei auf interdisziplinäre Zusammenarbeit, internationale Vernetzung und die Integration von Industriepartnern. Prävention sei zentral für die Stabilisierung des Gesundheitssystems, Zukunftstechnologien wie KI und Quantencomputing gelten als Treiber für Fortschritte in Diagnostik, Wirkstoffentwicklung und Bildgebung.
Dr. Lenz hob die Bedeutung von Quantencomputing für die pharmazeutische Forschung hervor. In Kombination mit KI könnte die Entwicklung neuer Medikamente von zehn Jahren auf wenige Jahre verkürzt werden. Trotz großer Potenziale bleiben Herausforderungen wie Skalierbarkeit und Kosten bestehen.
Runde 1: Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung

Quantencomputing ist für die Zukunft der Medizin ein Game Changer, aktuell gibt es aber noch Grenzen.
Die Quantentechnologie bietet enorme Chancen für die Verarbeitung hochdimensionaler Daten, die Erstellung digitaler Zwillinge und die Entwicklung personalisierter Therapien. Aktuell stehen jedoch technische Hürden wie fehlerkorrigierte Qubits und Hardware-Engpässe im Vordergrund, sodass realistische Anwendungen erst ab 2030 erwartet werden.
Um die Technologie ideal zu nutzen, braucht es Synergien zwischen KI, Quantencomputing und Partnerschaften.
Pfizer und andere Akteure setzen auf KI, digitale Zwillinge und Cloud-Lösungen, um komplexe Molekülinteraktionen schneller zu berechnen. Start-ups treiben die Algorithmus-Entwicklung voran, während große Unternehmen durch Kooperationen und Supercomputing die Lücke bis zur breiten Quantenanwendung schließen.
Runde 2: Erkenntnisse aus dem Bereich Quantencomputing in der Anwendung

Quantencomputing und digitale Technologien sind Treiber für personalisierte Prävention und Datenintegration.
Zukünftig ermöglichen Quantencomputing, KI und interoperable Plattformen wie OPTIMA die Analyse riesiger medizinischer Datenräume und die Entwicklung präziser Präventionsstrategien. Voraussetzung sind strukturierte Daten sowie klare ethische und technische Standards.
Innovation braucht Kulturwandel und Regulierung.
Offenheit, Fehlerakzeptanz und globale Regeln für den Einsatz von KI und Quantencomputing sind entscheidend, um Chancen wie digitale Zwillinge und Smart-Health-Projekte zu nutzen und Risiken wie Datenschutzverletzungen oder Autonomieverlust zu minimieren.
Runde 3: Erkenntnisse für Anwendungen in Diagnostik und pharmazeutischer Produktion
Bei Pfizer sind erste Projekte mit Quantencomputing vielversprechend.
Pfizer nutzt KI und quantenbasierte Methoden vielseitig. Ein Pilotprojekt zur Optimierung der Produktionsplanung im Freiburger Werk zeigt die praktische Anwendbarkeit. Zukünftig sollen diese Technologien auch zur Früherkennung onkologischer Erkrankungen beitragen – im Einklang mit nationalen und europäischen Hightech-Strategien.
Quantensnsorik eröffnet neue Standards in der Onkologie.
Gemeinsam mit dem UKF entwickelt Pfizer quantentechnologische Verfahren für die hochsensitive Antigenmessung. Die Kombination von NV-Diamant-Sensorik, magnetisch markierten Antikörpern und KI-gestützter Datenoptimierung soll personalisierte Therapieentscheidungen revolutionieren. Erste Ergebnisse bestätigen das Potenzial für Companion-Diagnostik und Liquid Biopsy.
Zusammenfassung uns Ausblick: „Etwas zu riskieren könnte Deutschlands größte Ressource werden.“
Im Wrap-up betonte Prof. Wenz die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Klinik, Forschung und Industrie, um komplexe Themen wie KI und Sensorik erfolgreich zu adressieren. Die Uniklinik bringe Fragestellungen, Biomaterial und Daten ein. Neben Studiendaten sollen auch Real-World- und Präventionsdaten genutzt werden. Ab 2026 ermöglichen neue rechtliche Rahmenbedingungen eine erweiterte Nutzung von Patientendaten – ein großer Erfolg, der verantwortungsvolles Handeln erfordere, so Prof. Wenz. Dr. Lenz unterstrich die Relevanz klinischer Daten für Pfizer und schlug eine Fortsetzung des Formats vor. Die Organisator:innen hoben abschließend die Stärke des regionalen Innovations-Ökosystems von Mannheim/Heidelberg über Karlsruhe und Strasbourg bis Basel hervor – inklusive zahlreicher gelebter Kooperationen, etwa über die Innovationsplattform.
„Etwas zu riskieren könnte Deutschlands wichtigste Ressource werden“, so zitierte Peter Neske aus dem Handelsblatt und forderte die Teilnehmenden dazu auf, die entstandene Dynamik für zukünftige gemeinsame Projekte zu nutzen.
Dieses Symposium soll ein Startpunkt für weitere Formate sein, die den Einsatz von Quantentechnologie für Diagnostik und Therapie vorantreiben, so die Organisator:innen.
