
So steht es um die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens: Ein Rückblick auf die #DHC22
Am 30. November 2022 fand die Bitkom Digital Health Conference (#DHC22) im Kosmos Berlin statt. Bereits zum siebten Mal trafen sich die wichtigsten Akteur:innen des Gesundheitswesens, um die entscheidenden Fragen und Themen rund um die digitale Gesundheitsversorgung zu diskutieren. Ein besonderer Fokus lag in diesem Jahr auf den Themen Digitale Versorgung, Tech Trends, Social Governance sowie Datenräume & Plattformen.
„Wir können uns in Deutschland digital bewegen – das hat man während der Pandemie gesehen. Wir haben eine herausragende Startup-Landschaft und können es gemeinsam schaffen, die Gesundheitsbranche zu digitalisieren”, mit diesen Worten begrüßte Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer der Bitkom, die Besucher:innen. Im Fokus der #DHC22 standen sämtliche Fragen rund um die Chancen und Möglichkeiten von Digitalisierung, KI, Algorithmen und Machine Learning für die Gesundheitsversorgung von morgen: Wie können wir die Patientenversorgung durch neue digitale Technologien verbessern? Welche Ziele und Herausforderungen adressiert die deutsche eHealth-Strategie? Und wie können wir mit digitalen Lösungen das Gesundheitswesen nachhaltiger gestalten? Expert:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik befassten sich auf drei Bühnen mit Technologie-Trends für den Gesundheitssektor und gaben Einblicke in digitale Anwendungen für Arztpraxen, Kliniken, Krankenhäuser und Pflege.
„Die vorherrschende Einstellung der Ärzteschaft zur Digitalisierung war lange von Skepsis, Distanz, in Teilen sogar Ablehnung geprägt – durchaus auch in ernsthafter Sorge um die Aufrechterhaltung der Vertraulichkeit der Arzt-Patient-Beziehung. In den letzten Jahren ist diese Skepsis jedoch zunehmend einer Befürwortung gewichen”, so Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer über den Stand der Digitalisierung des deutschen Gesundheitssystems.
Pfizer auf der #DHC22
Als Premiumpartner der Veranstaltung war Pfizer vor Ort zahlreich vertreten: Dr. Sabine Gilliam, Country President bei Pfizer Deutschland, hielt als eine der Highlight-Speaker:innen der #DHC22 direkt nach Prof. Dr. Karl Lauterbach und Dr. Peter Schardt, Chief Technology Officer bei Siemens Healthineers, ihre Keynote. Der Pfizer Healthcare Hub informierte mit einem Stand darüber, wie Startups ihre digitalen Entwicklungen in Kooperation mit Pfizer am Markt etablieren können. Maja Hoock, Innovation Lead des Pfizer Healthcare Hubs Berlin, bildete zusammen mit Patrick Schraps, Projektleiter bei der AOK plus, die Jury für die Startup-Pitches.
Digitale Lösungen in globalen Pandemien: Keynote von Dr. Sabine Gilliam
Dr. Sabine Gilliam sprach darüber, welche zentrale Rolle digitale Lösungen bei der schnellen Entwicklung eines Impfstoffs und Medikaments gegen Corona gespielt haben. Sie nannte folgende drei Key Learnings:
- Mit Supercomputing und AI konnte Pfizer die Gesamtzeit von komplexen Berechnungen um bis zu 90% reduzieren
- Kooperationen: Die schnelle Entwicklung von Corona-Impfstoff und antiviralem Medikament war nur möglich, weil Behörden, Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen global an einem Strang zogen
- Knowledge Sharing und Datenaustausch funktionieren nur, wenn Daten frei fließen können.
Ihr Fazit: Die Datenverfügbarkeit muss erhöht werden und auch die private Forschung muss gleichberechtigten Datenzugang erhalten. Ein schneller und ungehinderter Datenaustausch und vor allem eine globale Kooperation sind für die Pandemiebekämpfung und -verhinderung unerlässlich: Datenflüsse müssen global gedacht werden. Abschließend forderte sie einen ideologiefreien, von Pragmatismus und vom Mehrwert für Patient:innen gedachten Dialog über die Nutzung von Daten.
Startups auf der #DHC22
“Digitale State-of-the-art-Produkte zu entwickeln, muss so schnell gehen, dass bei Markteinführung nicht bereits neue Technologien aktuell sind. Daher sind Kooperationen mit agilen Startups für große Unternehmen so wichtig. Die sechs Startups, die sich und ihre Entwicklungen auf der DHC22 präsentiert haben, wollen Patient:innen mit Krebs, Endometriose und Long Covid mit KI-basiertem Training, digitalen Kompagnons und Datenbanken helfen. Es ist toll, diesen Innovationsgeist mitzuerleben“, so Maja Hoock über die sechs jungen Unternehmen auf der Fachbühne der #DHC22. Folgende Startups waren mit dabei:
Digitale Technologien sind die Zukunft der Gesundheitsversorgung
Ob Telemedizin, Gesundheits-Apps oder operierende Roboter: Die medizinische Versorgung muss auch weiterhin digitaler werden – nicht nur, um den Vorsprung anderer Länder bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens aufzuholen, sondern vor allem, um Patient:innen auch in Zukunft eine qualitativ hochwertige und zeitgemäße medizinische Versorgung garantieren zu können. Dr. Sabine Gilliam brachte die Bedeutung der Digitalisierung für das Gesundheitssystem mit den Worten von Mikael Dolsten, Chief Medical Officer bei Pfizer, auf den Punkt: “Science will win and digital will help us to win faster.”
Nachhaltigkeit in der Industrie: Das Pfizer HighCon-Werk als Beispiel für nachhaltige Arzneimittelproduktion
Was genau wird unter Nachhaltigkeit in der Industrie verstanden? Wie gehen produzierende Unternehmen damit um? Wie kann ökonomischer Erfolg mit Ökologie vereinbart werden? Und welche konkreten Lösungen gibt es für Industrieanwender:innen? Am 16. November gaben Unternehmensvertreter:innen auf dem BadenCampus rund 100 Teilnehmenden Einblicke, wie Nachhaltigkeit in ihrem Unternehmen gelebt wird und Startups präsentierten ihre Entwicklungen für eine nachhaltigere Produktion.
Das Pfizer High-Containment-Werk in Freiburg als grüner Leuchtturm
Die Veranstaltung wurde mit einem Vortrag von Gunter Bechmann, PhD, Senior Manager Operations, über die High-Con-Fabrik in Freiburg eröffnet. Die High-Con-Fabrikanlage in Freiburg verbindet Hochtechnologie mit modernstem Energiemanagement und ist laut Umweltbundesamt ein Beispiel guter Praxis für nachhaltige Arzneimittelproduktion – einen Großteil der Energie kann die Anlage aus nachhaltigen Quellen ziehen. Gunther Bechmann betont, wie wichtig die Zusammenarbeit mit dem Pfizer Healthcare Hub und mit externen Innnovtor:innen für den Standort Freiburg ist: "Eine der Voraussetzungen für Investitionen in eine nachhaltige Produktion sind Innovationen in dem Themenfeld. Hierfür sind wir am Standort mit unseren Industriepartner:innen und dem Pfizer Healthcare Hub bestens aufgestellt."
Weitere Praxisvorträge zur Nachhaltigkeit in der Industrie:
- Kristof Schimmele, Gesamtvertriebsleiter, Badische Staatsbrauerei Rothaus AG, skizzierte Rothaus' Weg zur Klimapositivität
- Patrick R. Egloff, geschäftsführender Gesellschafter, J.W. Zander GmbH & Co. KG, präsentierte mit dem Energie-Monitor einen einfachen und schnellen Einstieg, um den Energieverbrauch zu senken
- Daniel Hug, Geschäftsführer, H. Waldmann GmbH & Co. KG, Valentin Kaltenbach, Gründer und Geschäftsführer, KALTENBACH.SOLUTIONS GmbH und Anna Tatjana Pflug, Coach sprachen zum Thema "Mit Mensch und Maschine zur Nachhaltigkeit in der Produktion"
Veranstalter des Events waren der BadenCampus und seine Netzwerkpartner, die BANSBACH GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, die Wirtschaftskanzlei Friedrich Graf von Westphalen (FGvW) sowie das Steinbeis Europa Zentrum.
Nachhaltigkeit als Chance
Die Veranstaltung mit gegenseitigem Austausch und Netzwerken zeigte, dass die Industrie an vielen Punkten sehr fortschrittliche Lösungen nutzt und vor allem die Digitalisierung ein großes Potenzial für die Entwicklung nachhaltiger Lösungen bietet. Nachhaltigkeit gilt mittlerweile als Chance, wirtschaftlich erfolgreiche und nachhaltige Lösungen sind für Unternehmen ein Wettbewerbsvorteil, heute mehr denn je.

Das Digi Derma Start-up Café: Digitale und KI-gestützte Lösungen für Diagnostik und Therapie in der Dermatologie
Der Pfizer Healthcare Hub Berlin will Ärzt:innen und Patient:innen die Potenziale digitaler Gesundheitsanwendungen auch im Bereich Dermatologie zugänglich machen und unterstützte das 3. Digi Derma Start-up Café. Am 5. November traf sich die Gründer:innenszene auf dem EUREF-Campus in Berlin mit dem Berufsverband Deutscher Dermatologen (BVDD). Startups, Pharmaunternehmen, Inkubatoren, Acceleratoren, Dermatolog:innen und Interessierte aus Politik, Wirtschaft und Selbstverwaltung tauschten sich über teledermatologische, digitale und KI-gestützte Lösungen für Hauterkrankungen aus.
Besucher:innen lernten neue digitale Anwendungen von 14 Startups kennen und konnten Markteintrittschancen in Deutschland diskutieren. Dabei kürte die Jury die LENICURA GmbH von Dr. Katharina Hennig als Gewinner der Posterpräsentation. "Es ist sehr wichtig für die Digitalisierung im Pharmabereich, dort hinzugehen, wo Innovation passiert. Wir kommen so mit Startups in Kontakt, die unsere Kooperationspartner von morgen sind", sagt Maja Hoock, Lead des Pfizer Healthcare Hubs. Marco Kremp, Senior Brand Manager Dermatologie sowie Lisa Gebauer, Digital Marketing Trainee, betreuten den Stand des Pfizer Healthcare Hubs. Auch Sales Direktorin Ines Hübner und Dr. Anja Plenske vom I&I Medical Team waren vor Ort.
Podiumsdiskussion: Digitalisierung in der Theorie & Praxis
In der Podiumsdiskussion sprachen unter anderem Univ.-Prof. Dr. med. Sebastian Kuhn, Leiter des Instituts für Digitale Medizin, Prof. Dr. iur. Fruzsina Molnár-Gábor, Heidelberg University / Faculty of Law und Dr. med. Ralph von Kiedrowski, Präsident des BVDD über den aktuellen Stand der Digitalisierung in Deutschland, benannten Problemfelder wie die Telematikinfrastruktur und warfen einen Blick in die Zukunft der Dermatologie. Moderiert wurde die Diskussion von Jessica Hanneken, VP Investment and Strategy Management, BFS Health Finance GmbH.
Das Fazit: Innovation muss einen klaren Mehrwert für Ärzt:innen und Patient:innen schaffen und sollte zusammen mit den Anwender:innen aus der Praxis entwickelt werden.
“Im Zuge der Digitalisierung werden immer mehr Möglichkeiten entwickelt, schneller und effektiver zwischen Arzt und Patient:in zu kommunizieren, Diagnosen zu erstellen oder Therapien zu begleiten. Diese neuen digitalen Lösungsansätze möglichst vielen Patient:innen zugänglich zu machen, ist eine wichtige Aufgabe, bei der der Pfizer Healthcare Hub gerne unterstützt”, so Anja Plenske.
Lest mehr darüber, wie wir junge Unternehmen unterstützen!

Bessere Patientenversorgung durch DTx: Maja Hoock ist neue Innovation Lead des Pfizer Healthcare Hubs Berlin
Der Berliner Hub hat ein neues Gesicht: Seit Oktober leitet Maja Hoock den Pfizer Healthcare Hub Berlin. Dort ist sie für alle Themen rund um die digitale Patientenversorgung verantwortlich. Gemeinsam mit ihrem Team und dem Pfizer-Netzwerk unterstützt sie junge Unternehmen durch Kooperationen dabei, digitale Gesundheitsanwendungen wie Wearables und Apps zu den Patient:innen zu bringen. Ihr Ziel: nachweisbarer Gesundheitsnutzen durch eine digital unterstützte Patientenversorgung.
PR-Managerin, Marketing-Expertin und Digital-Journalistin mit Technik-Background: Maja Hoock bringt einen offenen und erfahrenen Blick auf die Digitalisierung mit. Bei Ottobock, Weltmarktführer für KI-gesteuerte Prothesen und Exoskelette, gestaltete sie in enger Zusammenarbeit mit internen Startups als Managerin Corporate Communications R&D Strategien im Bereich Forschung und Entwicklung. Als Wissenschaftsjournalistin berichtete sie u.a. für ZDF und rbb über Innovationen im Bereich MedTech und Startups. Als Gründerin & CEO einer Agentur und Think Tank für Digitale Transformation richtete sich ihr Fokus auf Konzepte zwischen Institutionen und Technologie. Die digitale Transformation ist eine Herzensangelegenheit für sie: “Der konkrete Nutzen von Technologie für den Menschen wird besonders deutlich, wenn sie zu einem gesünderen und im besten Fall sogar längeren Leben beitragen kann – wenn etwa ein Wearable bei Herzproblemen warnt oder eine App hilft, mit dem Rauchen aufzuhören. Ganz zu schweigen von einem riesigen Potenzial im Diagnosebereich.”
Seit Oktober 2022 ist sie als Innovation Lead des Pfizer Healthcare Hubs Berlin dafür verantwortlich, gemeinsam mit Startups, Spin-Offs und Tech-Companies digitale Produkte zu Ärzt:innen und Patient:innen zu bringen. ”Ich freue mich, die Gesundheitsversorgung von morgen in einer so zentralen Rolle mitgestalten zu dürfen”, so Maja Hoock. Ihre Schwerpunktthemen sind Gesundheits-Apps und Wearables – bei sämtlichen Fragen rund um Digital Therapeutics (DTx) ist Maja Hoock somit die richtige Ansprechpartnerin!
Drei Fragen an Maja Hoock:
Was ist dein ganz persönliches Ziel als Hub-Chefin?
Maja Hoock: Deutschland nimmt mit Blick auf die digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGAs) eine Vorreiterrolle ein: DiGAs werden von den Kassen erstattet – wenn sie nachweislich wirken. Mein Ziel ist es, hilfreiche Apps und Wearables mit auf den Weg zu bringen und digitale Möglichkeiten im Gesundheitsbereich stärker auszuschöpfen. So können wir wertvolle Erkenntnisse und Daten als “Pilot-Hub” generieren, die später auch den anderen Ländern bei ähnlichen Modellen nützen.
Was ist dein Antrieb im Bereich digitale Patientenlösungen?
Maja Hoock: Ich habe in den letzten Jahren gesehen, welche wunderbaren Möglichkeiten digitale Lösungen bieten, um Patient:innen zu helfen, ein gesünderes, aktiveres Leben zu leben. Es gibt etwa Devices, die Menschen mit Herzproblemen helfen, Schlaganfälle zu verhindern, oder Datenbanklösungen, um seltene Krankheiten schneller zu diagnostizieren. Digitale Technik kann Leben retten, verlängern oder lebenswerter machen. Viele junge Unternehmen haben innovative Ideen, die Menschen tatsächlich helfen können – aber nicht die Mittel, um sich erfolgreich auf dem Markt zu positionieren. Diese Lücke schließt der Pfizer Healthcare Hub.
Was sind die großen Themen, an denen du mit deinem Team arbeiten möchtest?
Hier kannst du Maja Hook kontaktierenMaja Hoock: Wir möchten die bereichsübergreifende digitale Transformation bei Pfizer aktiv mitgestalten und im engen Austausch mit den Fachbereichen Anwendungen “around the pill” fördern. So unterstützen wir Patient:innen mit neuen Technologien und erschließen gleichzeitig neue Geschäftsfelder. Wir wollen für alle Business Units erster Ansprechpartner bei der Suche nach digitalen Unterstützungen zu ihren Arzneimitteln sein. Zugleich wollen wir erster Anlaufpunkt für Healthcare-Startups sein, die einen starken Kooperationspartner suchen.