Wie gelingt die Zusammenarbeit zwischen Tech-Companies und Pfizer?

Ein Interview über Innovationen, Anforderungen und Erfolgsfaktoren einer Zusammenarbeit mit Pfizer

Black Forest Spaces

Oana Stürz (Pfizer Healthcare Hub), Lilia Sprich (Pfizer Produktion) und Dr.-Ing. Sybille Hopmann (Baumann OHG) haben bereits auf der Black Forest Space über Kooperationen zwischen regionalen Tech‑Unternehmen und global agierenden Konzernen diskutiert. Wir haben das Gespräch fortgesetzt und wollten wissen, wie innovative Lösungen ihren Weg in die Pfizer-Produktion finden und welche die ausschlaggebenden Faktoren für erfolgreiche Co-Creation mit Pfizer sind. Die Perspektiven aus der Pfizer-Produktion, einer externen Tech-Company und der Schnittstelle Healthcare Hub verdeutlichen: Erfolgreiche Kooperation basiert auf früher Co-Creation, einem klaren Verständnis regulatorischer Anforderungen, realistischen Pilotprojekten – und erfordert Partnerschaft auf Augenhöhe. 

Welche Bedeutung hat Innovationsmanagement für Pfizer und den Produktionsstandort Freiburg?

Lilia Sprich: "Innovationsmanagement ist ein integraler Bestandteil unserer Produktionsstrategie. Als einer der weltweit modernsten Standorte für feste Arzneiformen tragen wir Verantwortung für Versorgungssicherheit, Effizienz und Qualität und das über viele Märkte hinweg.

Das Innovationsmanagement, insbesondere über den Pfizer Healthcare Hub Freiburg, ermöglicht es uns, neue Technologien kontrolliert in die Produktion zu bringen: zunächst pilotiert, dann skaliert. So verbinden wir operative Exzellenz mit Zukunftsfähigkeit.

Gleichzeitig wirkt Innovation auch kulturell: Sie fördert bereichsübergreifendes Denken, erhöht die Offenheit für neue Lösungsansätze und stärkt die Zusammenarbeit zwischen Produktion, Digitalisierung und externen Partnern. Das ist ein klarer Wettbewerbsvorteil für unseren Standort."

Welche Rolle spielt der Pfizer Healthcare Hub bei der Optimierung der Produktionsprozesse am Standort Freiburg? 

Oana Stürz: "Der Produktionsstandort in Freiburg gilt als einer der weltweit modernsten Pharma-Produktionsstätten – die Anforderungen an Qualität, Effizienz und Nachhaltigkeit sind hoch. Um eine verlässliche und wettbewerbsfähige Patient:innenversorgung sicherzustellen, ist eine fortlaufende Optimierung der Produktionsprozesse unabdingbar.

Der Healthcare Hub ist der Innovationsmotor des Produktionsstandorts. Wir als Hub-Team fungieren als strategischer Innovationstreiber an der Schnittstelle zwischen Fachabteilungen, externen Innovator:innen und dem globalen Pfizer‑Netzwerk. Dabei entwickeln wir in Co-Creation mit zuverlässigen mittelständischen Tech-Partnern Lösungen, die nicht nur lokal funktionieren, sondern auch global skalierbar sind. Pfizer profitiert von der Agilität und Schnelligkeit der externen Unternehmen: eine wichtige Voraussetzung, um in der Innovationsszene mitzuwirken."

Welche Erwartungen hat Pfizer an Lösungen von externen Unternehmen?  

Lilia Sprich: "Wir bewegen uns in der Arzneimittelproduktion in einem streng regulierten Umfeld – GMP‑Konformität, Datenintegrität, Validierbarkeit und klare Verantwortlichkeiten sind keine ‚Add‑ons‘, sondern Grundvoraussetzungen. Daher ist die wichtigste Voraussetzung ein frühes Verständnis für unsere regulatorischen und operativen Rahmenbedingungen.

Externe Lösungen müssen konkrete industrielle Herausforderungen adressieren und nicht nur technologische Machbarkeit zeigen, das heißt sie müssen auf industrielle Skalierung, Robustheit und regulatorische Anforderungen ausgelegt sein. Ebenso wichtig ist die Integration in bestehende Prozesse und Systeme. Innovation darf den Betrieb nicht destabilisieren.

Was sich in Freiburg bewährt hat: frühe Co‑Creation, also gemeinsam mit Produktion, Qualität, Technik und den externen Partner:innen an einer Lösung zu arbeiten. So lassen sich Anforderungen früh klären und Iterationen gezielt steuern, bevor es in Richtung Implementierung geht.

Darüber hinaus erwarte ich Partnerschaft auf Augenhöhe: Offenheit für Feedback aus dem Produktionsalltag, Bereitschaft zur Anpassung und ein gemeinsames Verständnis dafür, dass eine Lösung im GMP‑Umfeld funktionieren muss, nicht nur im Prototypenstadium.

Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, entstehen echte Win‑Win‑Situationen: Für externe Unternehmen öffnet sich der Zugang zu einem globalen Produktionsnetzwerk, und wir gewinnen Lösungen, die über den Standort Freiburg hinaus skalierbar sind."

Wie findet Pfizer Lösungen für konkrete Optimierungsbedarfe aus den Fachbereichen bzw. aus Produktion und Abpackung?  

Oana Stürz: "Als Innovationsbeauftragte für Pfizer sind wir erster Ansprechpartner für interne und externe Innovationsanfragen. Um diese beiden Pole zusammenzubringen, haben wir die sogenannten „InnoSession“ ins Leben gerufen. Für jede InnoSession laden wir externe Technologieanbieter:innen und Pfizer-Experti:innen zu gezielten Produktionsfragestellungen ein und ermöglichen einen direkten Austausch über mögliche Lösungsansätze, Machbarkeit und strategischen Mehrwert."

Wie erleben Sie als mittelständisches Tech-Unternehmen die Zusammenarbeit mit einem Konzern wie Pfizer?  

Dr.-Ing. Sybille Hopmann: "Die Zusammenarbeit funktioniert deshalb so gut, weil beide Partner:innen ihre individuellen Stärken einbringen: Als mittelständisches Unternehmen können wir schnell handeln und neue Ideen zügig umsetzen. Pfizer bringt gleichzeitig die globale Reichweite, starke Strukturen und den Marktzugang mit, um Innovationen wirklich groß zu machen. Besonders der direkte Austausch mit den Teams ermöglicht, dass aus Ideen schnell konkrete Lösungen werden."

Welche Learnings aus der Zusammenarbeit mit Pfizer würden Sie anderen Tech-Unternehmen oder Start-ups mitgeben, die ähnliche Partnerschaften anstreben?

Dr.-Ing. Sybille Hopmann: "Ein zentrales Learning ist, dass man bereit sein sollte, sich an die Strukturen und Prozesse eines Großkonzerns anzupassen und darauf einzustellen. Gleichzeitig lohnt es sich, mit einem klar umrissenen Pilotprojekt zu starten, um schnell Wirkung zu zeigen und Vertrauen aufzubauen. Hilfreich für ein Projekt ist zudem ein interner Fürsprecher im Unternehmen, der das Projekt unterstützt und vorantreibt. Wenn es dann gelingt zu zeigen, dass die eigene Technologie im Konzern funktioniert, öffnen sich Türen bis hin zu neuen Kooperationen."

Was sind Ihre Empfehlungen, wie Kooperationen zwischen einem externen Unternehmen und einem Konzern wie Pfizer erfolgreich sind? 

Oana Stürz: 

"Klein starten, groß denken: Ein klar umrissenes Pilotprojekt schafft Vertrauen und bildet die Basis für eine langfristige Zusammenarbeit. Und: Eine frühzeitige Klärung von Erwartungen: Ziele, Verantwortlichkeiten und Zeitrahmen müssen schon zu Beginn klar definiert werden."

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